Expositionen einfach machen.
Interview mit Psychologin Mag.a Katharina Orlowska

Mit Virtual-Reality rasch Höhenangst überwinden

Mag.a Katharina Orlowska ist Klinische- und Gesundheitspsychologin mit eigener Praxis in einer ländlichen Region im Süden Österreichs. Zu Ihren Themen gehören neben Sexualfunktionsstörungen bei Frauen und Männern auch Lebenskrisen, posttraumatische Stresserkrankungen und alle anderen psychiatrischen Erkrankungen, vor allem auch Ängste.

Sie gehören zu den Psychologinnen in Österreich, die bereits auf die Wirkung von Virtual Reality (VR) in Ihren Therapien setzen. Wie sind Sie zu VR gekommen?

Schon vor über zehn Jahren kam ich mit VR im Rahmen meines Psychologie-Studiums in Kontakt. Doch damals steckte die Technologie noch in den Kinderschuhen. Für meine Zwecke war diese damals nicht ausgereift genug. Über einen Artikel kam ich kürzlich mit VR Coach in Kontakt. Und hab mit einem Probemonat gestartet.

Welches Thema haben Sie gewählt?

VR lässt sich meiner Ansicht nach in jedem Bereich gut anbieten. Gemeinsam mit einer Kollegin in Klagenfurt möchten wir VR anbieten. Ich habe mit einem Programm gegen Höhenangst gestartet. Das Thema Höhenangst begegnet mir öfters in der psychologischen Praxis. Das Bewusstsein für Ängste dürfte – durch die Covid-Krise – an Intensität zugenommen haben. Menschen verbringen mehr Zeit mit Selbstreflexion, sind häufiger allein und durch das Überangebot von Informationen über das Virus mit eigenen Angstthemen konfrontiert.

Wie gehen Sie an eine VR-Therapie heran?

In der ersten Stunde beginne ich mit der Anamnese und Besprechung der Probleme, mache aber auch Übungen zu Atem- und Entspannungstechniken. Ich kläre die Patientinnen und Patienten umfassend auf und spreche auch an, dass in einzelnen Fällen bei VR auch Nebenwirkungen wie Schwindel möglich seien.

Dann gehe ich je nach Patientin und Patient direkt in die virtuelle Konfrontationstherapie, wobei das Tempo und die Intensität der Behandlung individuell angepasst werden. Viele Patientinnen und Patienten haben schon von VR gelesen, und begegnen der VR-Therapie mit positiver Neugier.

Wie sind Ihre Erfahrungen?

Bei drei Patientinnen, alle drei Mütter im Alterssegment 30 bis 35, habe ich erstaunlich schnelle Effekte erzielt. Innerhalb von zwei, bei einer Person drei, Sitzungen gelang es, stark lebenseinschränkende Höhenängste wegzubekommen bzw. sehr gut damit umzugehen. So war es zum Beispiel möglich, sich wieder auf einen Sessellift zu setzen, in den Klettergarten zu gehen, oder eine Almstraße zu befahren. Ich werde die langfristige Auswirkung dieser sehr schnellen Erfolge weiter beobachten.

Was denken Sie waren die Erfolgsparameter?

Die VR-Exposition von Höhen kombiniere ich mit der Aufklärung, dass Angst sein darf.  Die Patientinnen und Patienten lernen, auf eine tiefe Atmung und einen stabilen Stand zu fokussieren. Wichtig bei VR ist, dass sie realistisch ist. So finde ich es besonders positiv, dass in der VR-Simulation auch Windgeräusche aktiviert werden können. Während einer VR tippe ich auch mal leicht an, um die Intensität zu steigern. Der Schlüssel zum Erfolg: Es soll alles möglichst echt wirken.

Was sind die Vorteile einer VR-Therapie?

Als Vorteile einer Therapie mit VR erachte ich, dass es sich um ein originelles Tool handelt, und dass ich aus Zeitgründen nicht jede Höhenangst mit einer in vivo Exposition begleiten kann. Die VR-Szenarien gegen Höhenangst sind so realistisch und „on the point“, dass es aus meiner Sicht besser nicht geht. Mein Wunsch: Weitere Programme für Sozialphobien zum Beispiel bei Schulkindern. Diese Phobien sind in letzter Zeit stark gestiegen. Auch Ängste gegen Untersuchungen auf gynäkologischen Stühlen und anderen medizinischen Behandlungen begegnen mir immer wieder in der Praxis. Aktuell arbeite ich auch mit einem Programm, dass die Exposition zu einer MRT-Untersuchung simuliert.

Welchen Stellenwert wird VR zukünftig einnehmen?

Als Wirkparameter bei VR sehe ich Interaktivität und realistische Bilder. Ich denke, da wird sich auch abseits von klassischen Phobien in den nächsten Jahren viel tun. Ich schreibe der VR einen hohen Stellenwert zu, der in den nächsten Jahren die Klinische Psychologie und Psychotherapie noch weiter bereichern wird.

Tipp von VR Coach:

Wie der Klinische- und Gesundheitspsychologe Johannes Lanzinger eine Höhenangst-Patientin mittels Virtual-Reality-Therapie mit dem VR Coach smart system behandelt, erfahren Sie in unserem Gratis-Webinar.

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