
Depression ist eine der häufigsten psychischen Erkrankungen, die mit einer starken Beeinträchtigung einhergeht. Es sprechen nur etwa 60 % der depressiven Patienten auf eine pharmakologische oder psychologische Behandlung an – mit hoher Rückfallquote.1
Bei Menschen mit Depression ist die Informationsverarbeitung insofern gestört, also dass sie vorzugsweise die Aufmerksamkeit auf negative Ereignisse richten und diese präferentiell abspeichern, aber auch in dem sie die Verarbeitung positiver Ereignisse negativ verändert. Diese kognitiven Verzerrungen können auch in Remission auftreten und werden mit einem höheren Rückfallrisiko in Zusammenhang gebracht.2
Achtsamkeit beinhaltet die Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment (Gedanken, Gefühle, Körperwahrnehmungen, Bewusstsein und Umwelt) in einem nicht-bewertenden Sinne.3
In der wissenschaftlichen Literatur ist die antidepressive Wirksamkeit von MBI (mindfulness-based interventions) vor allem im Rahmen der MBSR (mindfulness-based stress reduction) und MBCT (mindfulness-based cognitive therapy) gezeigt.3
Zudem werden Achtsamkeitsaspekte in verschiedene andere klinische Ansätze wie der ACT (Acceptance and Commitement Therapy) integriert, die zu einer Verbesserung der depressiven Symptomatik oder das Rückfallrisikos depressiver Episoden führen.3
Kognitive Verzerrungen werden mit Computer-basierten Programmen behandelt – den Cognitive-bias-modification(CBM)-Programmen. Diese trainieren die Aufmerksamkeit auf positive Reize und zielen auf deren bessere Verarbeitung ab (Positivitätstraining).2
Die bisher umfassendste Übersichtsarbeit untersuchte die Auswirkungen von 209 Studien zu achtsamkeitsbasierten Interventionen bei 12.145 Patienten mit einer Vielzahl von Störungen, inklusive Depressionen. Die Ergebnisse zeigen Überlegenheit zu Warteliste, Psychoedukation, unterstützende Psychotherapie, Entspannungsübungen und Imaginations- und Unterdrückungstechniken. Die Effektstärke war für psychologische Parameter bei Ängsten gefolgt von Depressionen am größten.4
Mehrere kontrolliert randomisierte Studien belegen dabei eine Reduktion der Rezidivrate, vor allem bei Patient:innen mit hohem Rückfallrisiko (Cohen’s h = 0.88).5
CBM zielt auf die Aufmerksamkeit positiver Stimuli und die Interpretation von Erfahrungen ab. Beevers et al. (2015) konnten in einer 4‑wöchigen Studie mit erwachsenen Patient:innen zeigen, dass ein Aufmerksamkeitslenkungstraining in Richtung positiver Stimuli zu einer signifikanten Reduktion der negativen Aufmerksamkeitsverzerrung führte, was wiederum mit einer signifikanten Reduktion der depressiven Symptome einherging.2,6
Vergleichbare Resultate fanden sich bei remittierten depressiven Patienten sowie bei Jugendlichen.2
Cristea und Kolleg:innen kommen zum Schluß, dass CBM als Aufmerksamkeits- und Interpretationstraining eine Verbesserung zeigt.7 Die CBM kann daher bei leichten bis mittleren Episoden, in der Rückfallprophylaxe und in Ergänzung zu anderen Verfahren bei schweren Depressionen von therapeutischen Nutzen sein.
Die wissenschaftliche Datenlage basierend auf mehreren voneinander unabhängigen randomisierten und kontrollierten Studien sprechen für einen Einsatz von Achtsamkeits- und Aufmerksamkeitstrainings bei der Behandlung von auch schweren Depressionen in Ergänzung zu anderen Verfahren wie Psychopharmaka und Verhaltenstherapie. Zu erwarten sind sowohl eine stärkere Linderung von Symptomen und Erhöhung der Remissionsrate als auch eine Verbesserung der Rezidivprophylaxe bei Depressionen.
Apps mit MBI und Computer-gestützte CBM finden bereits Anwendung – ein Einsatz von VR mit entsprechend hoher Immersivität ist in diesem Zusammenhang gleichermaßen innovativ wie vielversprechend.
Achtsamkeit verbessert Aufmerksamkeitsregulation, Emotionsregulation und Selbstwahrnehmung. Alle drei Domänen fördern das Selbstmanagement, zum Beispiel im Umgang mit negativen Gefühlen und Stimmungen.
Ein möglicher, grundlegender Effekt von Achtsamkeit und bewusster Aufmerksamkeit könnte aber auch in der Rolle als Gegenspieler zum DMN (default mode network) oder Ruhenetzwerk des Gehirns liegen. Dieser Zustand wird erreicht, wenn wir sprichwörtlich nichts tun, und ist von Mindwandering bzw. Tagträumen geprägt.
Beim Mindwandering werden Erinnerungen aber auch Fantasien stark mit negativen Bewertungen, Langeweile, Einsamkeit und unserem Selbstbild verknüpft. Seli und Kolleg:innen zeigen, dass Episoden von Mindwandering mit Depression, aber auch Angst und Stress korrelieren.8
Achtsamkeit oder auch bewusste Aufmerksamkeit generell stellt einen Gegenpart des Ruhenetzwerks dar, und könnte so über die Reduzierung des Mindwanderings Depressionen mildern oder verhindern.
Unsere Nutzer bestätigen uns eine ausnahmslos sehr hohe Qualität und Realitätsnähe der 3D-Grafiken. Diese Qualität können wir leider mit einfachen Bildern auf der Website nicht darstellen.
Die gezeigten Screenshots dienen nur zur Illustration und Demonstration der Inhalte.


Wir nehmen demnächst mit Ihnen Kontakt auf.
Ihr VR Coach-Team
VR Coach® smart system
Gerne setzen wir uns demnächst mit Ihnen in Verbindung.
Ihr VR Coach-Team
Möchten Sie auch unsere Inhalte für Depressionen, Essstörungen und Zwänge kostenlos testen?